Inhaltsangabe:
1. Die Formel des Universums
1. Die Weltenformel
Eine Allegorie
Des Himmels Mächte und Gewalten,
denen die Welt ist vorbehalten,
den Cherubim und Seraphim,
sie blickten still zur Erde hin
und sahen tief im Menschenherzen
ein Bild von Blut, Gewalt und Schmerzen.
Erblickten wilde, blinde Scharen,
die wie verirrte Tiere waren,
bereit, in Kriegen sich zu schlagen,
Andersgesinnte zu verjagen.
Dem Mensch ward zwar Verstand gegeben,
ein Funke aus dem Urquell Leben,
doch selbst dies göttlich heil’ge Zeichen
ließ kaum die Schatten von ihm weichen.
Die Erde war ihm anvertraut,
dass er sie hüte und bebaut.
Doch er öffnet das Höllentor
und Unheil wuchert rings empor.
Deshalb bewahrt ein Cherub sacht,
das Kostbarste vor seiner Macht:
Die Formel über Raum und Zeit,
den Schlüssel zur Unendlichkeit.
Der Mensch, unreif sie zu verstehen,
darf sie deshalb jetzt noch nicht sehen.
Der Cherub mit dem Flammenschwert,
der’s Tor zum Paradies versperrt,
meinte: „Der höchste Berg, weit oben,
dort ist die Formel aufgehoben.
Kein Mensch kann das Versteck erahnen
und einen Weg hinauf sich bahnen.
Ein Seraph, ganz in Licht getaucht,
der tiefer in die Zeiten schaut,
sprach weise: „Menschen gehen weit,
sie trotzen Raum und Dunkelheit.
Liegt es auch hoch, er wird’s erreichen
und niemals von dem Ziel abweichen.
Ein zweiter sprach: ”Die Bergeshöh,
ragt zwar versteckt aus Eis und Schnee,
doch sich'rer ist der Meeresgrund,
keiner plant hier den Formelfund.
Dort unten herrscht nur schwarze Nacht,
die jeden Sucher hilflos macht."
Der weise Seraph alsdann spricht:
"Den Mensch mit Scharfsinn stört das nicht.
Es wird auch gar nicht lange dauern
und er wird in der Tiefe lauern."
”Auch meinen Rat solltet ihr kennen,
ich will die wahre Lösung nennen.
Sie scheint mir sicher, dient dem Zweck,
denn niemand ahnt solch ein Versteck.
Verbergt die Formel still und sacht,
im Menschen selbst, eh er erwacht.
Um dieses Rätsel zu ergründen,
muss er der Seele Tiefstes finden.
Erst dann ist er bereit zu sehn
das göttlich-geistige Geschehn.
Wer diese Schwelle überwindet
und in sich seine Seele findet,
das Heiligste im Menschenwesen,
einzig, unsterblich, auserlesen,
der spürt die Macht und Geistesstärke,
die Größe gottgeschaffener Werke.
Glaubt jemand an des Zufalls Spiel,
der irrt, verfehlt das wahre Ziel,
denn unser Leben wär vergebens,
gäb es nicht Sinn und Ziel des Lebens.
Materie, Energie, Raum, Zeit -
wandelt sich dies zur Ewigkeit?
Geburt und Tod, dazwischen Leben ...
Wird uns die Formel Antwort geben?
31.12.25 A.K.
Anmerkung:
Man hat ähnliche Gedanken bereits einmal gelesen, dann tauchen sie plötzlich wieder auf und sind es wert, gereimt zu werden.
Engel: sie stellen eine Beziehung zu einer außermenschlichen Wirklichkeit, eine Verbindung zum letzten spirituellen Bezugspunkt her. Die Suche nach einer Sinnhaftigkeit, die über unser Weltgefühl hinausreicht.
Wir Menschen haben offenbar eine tiefe Sehnsucht danach, dass es jenseits der banalen Realität des Alltags etwas gibt, was uns im Leben und im Tod umfängt.